Der Mann ist ja begeisterter Hobbyrennradfahrer und fährt deshalb immer begeistert bei Hobbyrennradfahrerradrennen mit, die dann Jedermannrennen heißen, auch wenn nicht nur Männer mitradeln. Heute waren die so genannten Cyclassics, ein hübsches Radrennen in der hübschen Hansestadt Hamburg. Morgens fahren dann die Jedermänner (und -frauen) und nachmittags die wichtigen richtigen Radrennfahrer.
Der Mann ist zum Trainieren so etwa dreimal vorher auch mal ein bisschen mit seinem Rennrad in der Gegend rumgefahren und hat sich ansonsten damit beschäftigt, neue Teile ans Rad anzubringen. Also Felgen, Kurbeln und dergleichen für mich nichtssagendes. Und dann ist er heute also munter angetreten. Und wer hätte das gedacht, er hat sich zum Vorjahr tatsächlich noch verbessert. Im Durchschnitt ist er auf den 100 km 38 km/h gefahren. Das beeindruckt mich schon, denn ich fahre (so gefühlt und aus dem Bauch heraus) bergab vielleicht so 10 km/h – und da krieg ich dann schon Angst, dass ich die Kontrolle über das Rad verliere. Deswegen ist Kassel ja auch nicht meine Stadt, weil hier eindeutig zu viele Berge sind, die mich in diese Lage bringen können (von dem Weg bergauf will ich Flachlandhobbit mal gar nicht reden). Und der fährt so mal eben 38 km/h. Im Schnitt! Das bedeutet, dass er phasenweise auch mal so 50 km/h gefahren ist und dabei habe ich in der Fahrschule noch gelernt, dass man schon bei 30 km/h (mit dem Auto!) unbedingt den Anschnallgurt verwenden solle, weil bereits ein Aufprall mit dieser Geschwindigkeit höchst unangenehm werden könne. Und der fährt das mal so auf dem Rad. Mit ohne Gurt und Knautschzone. Das ist beeindruckend und – wo ich es mir gerade so überlege – auch total gefährlich. Ich werde ihm die zukünftige Teilnahme künftig verbieten müssen…
Naja. Bei der Gelegenheit konnten wir uns auch mal das im März geborene Baby B mal genauer anschauen und betüddeln. Der kleine Mann ist sehr freundlich und vor allem unglaublich pflegeleicht. Ich glaube, ich habe noch nie ein so pflegeleichtes Baby live erleben können. Man hört von solchen Exemplaren, der Mann sei auch so eins gewesen, munkelt man. Aber live erleben durfte ich das noch nicht. In meiner Welt schreien Babys. Sie wollen bespaßt werden. Sie wollen betüddelt werden. Sie wollen nicht schlafen. Sie wollen nicht gewickelt werden. Sie wollen gewickelt, aber nicht wieder angezogen werden. Sie wollen ein anderes Spielzeug. Sie wollen herum getragen werden. Dergleichen könnte ich weiter fortführen.
Aber nicht so Baby B. Baby B schreit nicht, er murrt. Baby B findet Bespaßung und Betüddelung dufte, kann sich aber auch sehr lange mit sich selbst, seinen Füßen und einer riesigen Stofferdbeere beschäftigen. Baby B schläft, wenn man ihn in sein Bettchen legt – oder wenn nicht, dann murrt er etwas oder spielt mit einer riesigen Stofferdbeere. Baby B lässt sich anstandslos wickeln. Und wenn die Mama der Besucherin, nämlich mir, lang und breit das Prinzip von Mehrfachwindeln erklärt und Baby B solange doof und nackt rumliegt, dann sagt er überhaupt nichts dazu. Baby B will auch kein anders Spielzeug. Er findet die riesige Stofferdbeere absolut befriedigend. Und seine Füße. Baby B muss auch nicht herum getragen werden, er liegt gerne einfach so auf seiner Decke und rollt ein bisschen hin und her, soweit er es schon kann. Wenn es vom Bauch nicht wieder auf den Rücken zurück geht, dann schreit Baby B natürlich nicht, dann murrt er etwas. Ich will unbedingt ein Baby wie baby B. Dann kann man nämlich endlich all die Bücher lesen, zu denen man nicht kommt.